Intermittent Fasting an aktiven Tagen

Intermittent Fasting an aktiven Tagen

Nachdem wir Intermittent Fasting in unseren Alltag integriert haben, tauchen immer wieder Fragen auf – eine davon ist wie man Intermittent Fasting an aktiven Tagen anpasst. Um diese Frage, die ich mittlerweile öfter per Mail bekomme und euch gerne ausführlich beantworten möchte, soll sich dieser Beitrag drehen.

Die Antwort ist sehr einfach und hoffentlich verständlich! Zur Erklärung mache ich einen kleinen Ausflug in meine ‘Philosophie’ der Methodik von Intermittent Fasting.

Ursprüngliche Idee von Intermittent Fasting

Jeder kann natürlich anders in Gedanken mit IF umgehen, mir ist es jedoch wichtig einmal kurz auf die grundsätzliche Idee bzw. Mindset zu sprechen zu kommen.
In unserer Zeit ist es schwer sein Gewicht zuverlässig zu steuern. Wir sind konstant dem Reiz von Essen im Allgemeinen und vor allem süßen Speisen ausgesetzt. Wie schaffen wir es die Nahrungsaufnahme langfristig zu kontrollieren und im Griff zu haben? Die Übergewichts-Statistiken zeigen, dass die Mehrheit von uns dies nicht leisten kann, sei es durch fehlende Erziehung/Wissen, Zeit oder Unlust.
Für mich ist es ganz klar ein Thema, das Jeden angehen sollte – das Gesundheitssystem hat schon jetzt mit den Folgen von Übergewicht zu kämpfen. Diese Folgen von Übergewicht machen einen Großteil der Kosten im Gesundheitssystem aus. Niemand sollte sich hier aus der Verantwortung ziehen.

Intermittent Fasting kann ein solches Tool sein, das uns erlaubt unsere Nahrungsaufnahme besser zu steuern. Anstatt den ganzen, wachen Tag hier und da zu essen, essen wir nur einen kleinen Teil der Zeit vom Tag und haben so einen viel besseren Überblick. Uns fällt es leichter die Kalorien anzupassen, genau das was wir in einer Zeit mit einem großen Überangebot (in der westlichen Welt) an Essen brauchen. Gerne sage ich es wieder: Ich bin der Meinung, dass eine Art von Fasten Jedem von uns helfen kann unser Gewicht zu regulieren.

Wir benutzen das Fasten grob gesagt um Kalorien einzusparen. Was sollte somit die Konsequenz für Tage sein an denen wir außergewöhnlich viel Sport machen und Leistung erbringen müssen und wollen?

Intermittent Fasting an aktiven Tagen – wie funktioniert’s?

Ich gehe morgen mit meinen Freunden in Stubai Ski fahren. Wir fahren direkt aus München los und wollen früh am Lift sein um den Tag ordentlich nutzen zu können. Frühes Aufstehen, zwischen 5 und 6 Uhr, und den ganzen Tag Sport – wie funktioniert das mit Intermittent Fasting?

Die Überlegung ist einfach: Warum müssen wir ein Tool an Tagen aufrecht erhalten, die sehr fordernd sind? Ein Tool, das uns helfen soll Kalorien einzusparen.. es macht wenig Sinn auf dem alten Rhythmus zu beharren und behindert uns vielleicht sogar an solchen Tagen. Klar ist es möglich einen ganzen Tag Ski zu fahren ohne etwas zu essen. Aktuell läuft sogar im Fernsehen eine Sendung in der Promis auf irgendeiner Insel zum Fasten ausgesetzt werden. Das Ganze dauert mehrere Tage, Sport inbegriffen.
By the way: Diese Sendung freut mich sehr – Fasten findet anscheinend Anklang und gerät immer mehr, auch durch Zeitungen, in die Öffentlichkeit! Gut so!

Zurück zur Lösung unseres ‘Problems’: Wir passen einfach das Fasten an unseren Tag an! Statt erst um 15/16 Uhr zu essen, wie ich es momentan oft handhabe, fange ich morgen beim Ski fahren vermutlich zwischen 10 und 11 an den ersten Snack zu essen. Mit einem kleinen Snack überbrücke ich die Zeit bis zum Mittagessen auf der Hütte – Problem gelöst. 🙂

Durch mehr und mehr Erfahrungen mit solchen Tagen, sei es Ski fahren, Wandern, Surfen oder Tagen mit sehr frühem Aufstehen außerhalb unseres Rhythmus wirst du immer mehr lernen dich an diese Herausforderungen auch mit Intermittent Fasting anzupassen.

Sei flexibel!

Es gibt keine Regeln für Intermittent Fasting! Ich gebe euch jedoch Richtlinien heraus, die erfahrungsgemäß funktionieren. Bis zum Mittagessen oder länger zu fasten ist an ‘normalen’ Tagen sehr einfach möglich und hilft uns immens. Diese Richtlinien funktionieren für den Alltag super, für Tage mit viel Sport muss man das Ganze ein wenig anpassen.

Zurück zu unserer Idee/Motivation mit IF: Wir wollen Kalorien einsparen und unser Gewicht in der eigenen Hand haben. Außergewöhnliche Tage mit viel Sport bleiben außergewöhnlich – meiner Meinung nach sollte man sich an solchen Tagen wenig Gedanken ums Essen machen müssen. Meine Empfehlung ist ganz klar die Methodik von IF beizubehalten, die Fenster jedoch den Anforderungen anzupassen. Bitte sei nicht gestresst die üblichen Zeiten an solchen Tagen aufrecht zu erhalten, starte gefastet in den Tag rein und sei neugierig, wann du das Gefühl hast dein erstes Essen zu dir nehmen zu müssen.

Die 2 größten Herausforderungen für das alltägliche Fasten

Seit gut 3 Jahren praktiziere ich nun Intermittent Fasting. Für mich gibt es 2 Hauptfaktoren, die mich immer dazu bringen meine Fenster anzupassen:

  • Sport

Wie du bereits geahnt hast, zwingt Sport uns regelmäßig dazu unsere Routine anzupassen. Ich rede hier von puren Sporttagen wie Ski fahren oder Wandern – generell Freizeitausflüge mit einem hohen Aktivitätslevel von morgens an.

  • frühes Aufstehen

Frühes Aufstehen ist der zweite, große Faktor für das Anpassen unserer Routine. Wenn wir mehrere Stunden vor unserer normalen Zeit Aufstehen sind wir früher aktiv und der Rhythmus verschiebt sich.
Eine gute Herangehensweise ist hier sich zu überlegen wie lange man in den Tag hinein fastet. Generell sind das ungefähr 5-6 Stunden, für manche mehr und für manche weniger. Du kannst dir in solchen Situationen, beispielsweise frühes Aufstehen um einen Flug in der Früh zu erwischen, überlegen wie viele Stunden du ‘normalerweise’ in den Tag fastest (Bsp: Aufstehen 7 Uhr und erstes Essen um 14 Uhr = 7 Stunden) und richtest diese Stunden neu aus (Bsp: Aufstehen nun 4 Uhr + 7 Stunden = erstes Essen gegen 11 Uhr).

 

Ich hoffe, dass ich euch bei diesen herausfordernden Tagen eine Hilfe mit an die Hand geben konnte und freue mich über jede Mail oder Kommentar mit vielleicht anderen schwierigen Szenarien – ich helfe euch dabei gerne!