Spazieren gehen zum Abnehmen

Spazieren gehen zum Abnehmen

Im letzten Artikel habe ich euch erklärt, waurm sich Joggen nur eingeschränkt zum Gewichtsverlust eignet.
Ich habe euch auch eine Alternative versprochen: Die heißt Spazieren gehen!

Warum ist Spazieren gehen besser um abzunehmen als Joggen? Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder von euch! Dafür gibt es einige Gründe, die ich im Folgenden erkläre.

Spazieren kann Jeder

Egal ob jung oder alt, egal wie fit – Spazieren gehen kann fast jeder!

Joggen setzt eine gewisse Grundfitness voraus, die beim Spazieren nicht zwingend ist. Auch stark übergewichtige Personen können in der Regel noch spazieren gehen.

Die Gelenke werden beim Gehen auch nicht stark beansprucht. Vorbestehende Gelenkleiden werden so nicht durch die Stoßkräfte, die beim Joggen entstehen, beeinträchtigt. Beim Joggen wirkt, laut der Süddeutschen Zeitung, ungefähr das 6-8-fache des Körpergewichts auf das Kniegelenk.

Spazieren kann so schonend zum Gewichtverlust eingesetzt werden.

Ein Spaziergang lässt sich in den Alltag integrieren und kostet wenig Zeit

Die meisten von uns müssen sich täglich aus dem Haus bewegen. Statt mit der Tram zur Ubahn zu fahren, können wir einfach die 4 Stationen laufen und haben so unseren Energieverbrauch des Tages erhöht. Es gibt hunderte Beispiele dafür, wie man mehr Schritte in seinen Alltag integrieren kann.
Nutze deine täglichen Wege, um ganz nebenbei deinen Kalorienverbrauch zu erhöhen.
Laufe einfach zu deinen Freunden anstatt für 2 km aufs Rad zu steigen. Gehe in deiner Mittagspause durch den Park anstatt deine Pause im Haus zu verbringen. Versuche einfach deine Wege zu Fuß zu absolvieren – du wirst staunen wie sehr dir tägliche Spaziergänge beim Gewichtverlust helfen!

Ich mache auch regelmäßig Spaziergänge durch den Englischen Garten, um mich an einem Tag am Schreibtisch trotzdem täglich zu bewegen. Dabei höre ich Podcasts oder telefoniere und habe so die Zeit effektiv genutzt.

Weiterhin bedarf es keiner Vorbereitung. Du musst dich nicht großartig umziehen und brauchst auch danach keine Dusche! Das spart immens Zeit und ist nicht so planungsintensiv. Schlüssel und Handy greifen und ab vor die Tür!

Spazieren gehen erhöht nicht deinen Appetit!

Das ist vermutlich der größte Pluspunkt. Alle intensiven Aktivitäten, bei denen wir uns anstrengen müssen und die Leistung von uns fordern, erhöhen unseren Appetit. So macht der Körper den registrierten Energieverbrauch wett.
Das ist bei Spaziergängen nicht der Fall – Einigen von uns hilft es sogar Appetit zu unterdrücken. Wenn ich mich am Ende meines Fastenfensters bewege, verschwindet oft mein Hunger komplett. Probier es für dich aus und schau, ob es bei dir den gleichen Effekt hat!

Wir bewegen uns also, ohne dass unser Körper eine große Anstrengung registriert. Anders als bei klassischem Cardio, verspürt man anschließend kein Verlangen seine Reserven unbedingt wieder auffüllen zu müssen – unsere Nettoaufnahme an Energie/Kalorien bleibt weitestgehend gleich, trotz erhöhten Verbrauchs! Das fördert die Fettverbrennung!

In dieser Studie wurde gezeigt, dass herkömmliches Cardio-Training zusätzlich sogar deine Aktivität im Alltag verringert!
Krafttraining hat diesen Effekt anscheinend nicht. Darauf komme ich am Ende des Artikels nochmal zurück.

Gehen verbrennt knapp die Hälfte der Kalorien, die in der gleichen Zeit beim Joggen verbrannt werden

Spazieren verbrennt überraschend viele Kalorien – rund 250-350 kCal werden pro Stunde beim Gehen verbraucht!

Wenn du es also schaffst deine Wege teils durch Gehen zu absolvieren und auch einen Spaziergang nicht scheust, kannst du deinen Energieverbrauch ohne viel Anstrengung erhöhen. Eine halbe Stunde Gehen in deiner Mittagspause steigert deinen Verbrauch um etwa 6-8%!

Auch in Relation zum Joggen: Eine gute Stunde gehen verbraucht ungefähr genauso viel wie eine halbe Stunde Joggen. Mit allem Aufwand gesehen, würde ich beides als nahezu gleichwertig ansehen! Wer hätte das gedacht?

Dazu muss auch noch beachtet werden, dass wir nicht hungriger werden! So kann eine halbe Scheibe Brot mit Käse nach dem Joggen den Mehrverbrauch schon zunichte machen. Vor dieses Problem werden wir mit einer erhöhten Schrittzahl nicht gestellt.

Schritte lassen sich einfach verfolgen

Es sind viele Tracking-Tools auf dem Markt und nahezu jedes Smartphone hat einen integrierten Schrittzähler.
Über diese Schrittzähler lässt sich alles Nötige wunderbar verfolgen! Ich empfehle dir so ein Gerät anzuschaffen, falls du keines besitzt.
Das Acronym “NEAT” steht dabei für non-exercise activity thermogenesis. Gemeint sind hier alle Bewegungen, die nicht bei der körperlichen Betätigung entstehen. Es ist also nur die Aktivität außerhalb vom klassischen Sport gemeint.

Immer mehr erlangt man die Erkenntnis, dass ein sogenannter “langsamer Metabolismus”, maßgeblich mit dem Aktivitätsgrad der Person zusammen hängt.
Jeder kennt Menschen, die Berge an Essen zu sich nehmen und niemals zunehmen. Auf der anderen Seite gibt es diejenigen, die wenig essen und trotzdem Probleme mit ihrem Gewicht haben. Dies hat man immer auf Unterschiede im Stoffwechsel zurückgeführt.

So führt man all das auf kleine Entscheidungen im Alltag zurück: Nehme ich die Treppe oder den Fahrstuhl, um 2 Stockwerke hochzufahren? All dies geht auf das oben genannte NEAT zurück und beeinflusst stark unseren täglichen Verbrauch!

Hier ist auch die oben genannte Studie fatal! Wir wollen aktiv sein, gehen Joggen und im Nachhinein liegen wir auf dem Sofa und bewegen uns nicht mehr. Ein weiterer Grund für Spazieren gehen und NEAT.

Eine empfohlene Schrittzahl und auch machbare Schrittzahl, die man als erstes Ziel im Durchschnitt anvisieren kann, sind 8.000 – 10.000 Schritte pro Tag.